Auf dem Windberg bei Bavenhausen steht die Windmühle von 1854. Sie ist neben der Bentorfer Mühle die letzte gut erhaltene Windmühle im lippischen Norden und das Schmückstück der Ortschaft. Der Betrieb der Mühle ist eingestellt. Verschiedene Funde in Bavenhausen und Huxol zeugen von einer steinzeitlichen Besiedlung in dieser Gegend. Im Jahre 1343 wird Bavenhausen erstmals urkundlich erwähnt. Bavenhausen ist heute ein gepflegtes Reihendorf in landschaftlich schöner Lage. |
Der Ort Bentorf wird am 20.09.1359 in Callendorper Lehnsbrief urkundlich zuerst genannt. Auch Bentorfs Wahrzeichen ist die Windmühle. Sie wurde 1892 von dem Müller Karl Oksiek an der Straße nach Kalldorf erbaut. Dort wird auch heute noch wie zu Urväters-Zeiten Korn gemahlen. |
Von den sieben Ämtern des Klosters Möllenbeck hat das Heidelbecker oder Helbecker Amt für unser Gebiet die größte Bedeutung gehabt. Der Ritter von Helbecke waren hier die Amtsleute. Das Amt erwarben im Jahre 1411 die Ritter von Westphal, die bis 1839 Schloß und Gut Heidelbeck in Besitz hatten, das sie dann dem lippischen Fürsten verkauften. Das Renaissanceschloß von 1596 in Heidelbeck beherbergt heute einen gastlichen Dorfkrug. Die alte Schloßmühle von 1537, die ein besonders reich geschmücktes Fachwerkhaus von einmaliger Schönheit im Kalltal ist, diente lange Zeit als Forsthaus. Heute ist es das Wald- und Forstmuseum. Der ländliche und bäuerliche Charakter der Ortschaft Heidelbeck ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Die besonders reizvolle Lage inmitten eines großen Waldgebietes hat Heidelbeck zu einem beliebten Fremdenverkehrsort in der Gemeinde Kalletal verholfen. |
Brosen hieß im Mittelalter Brochusen oder Brokhusen, das Dorf bzw. die Häuser im Bruche. In seinen Anfängen geht Brosen bis in die altsächsische Zeit zurück. Das Dorf wird 1362 zuerst genannt, als der lippische Edelherr Simon III. die Abgaben der freien Leute verpfändet. |
Erder ist der nördlichste Ort im Kalletal und liegt unmittelbar am Ufer der Weser. Die Fürstin Pauline zur Lippe trug die Absicht, den kleinen Weserort Erder im Jahre 1733 zu einem Hauptbinnenhafen auszubauen. Der Plan scheiterte jedoch am Widerstand Preußens, das keine Konkurrenz für seine Häfen Vlotho und Minden dulden wollte. Immerhin aber gewann Erder als Stapelplatz und Zollstation eine große Bedeutung für das Lipperland. Alle lippische Ein- und Ausfuhr - sofern der Überseehandel in Frage kam - ging über den Weserhafen Erder. Die lippische Ziegler benutzten in großen Scharen die bequeme Wasserstraße, um von Erder nach Bremen zu gelangen und von dort nach Ostfriesland und Holland. |
Der Ort Hohenhausen ist über das alte Ortszentrum längst hinausgewachsen. Heute trägt "Nordlippes Zentrum", vor allem entlang der Bundesstraße bereits einige städtische Züge. Das Kirchdorf Hohenhausen wird erstmals um 1020 erwähnt. Die ursprüngliche Form seines Namens "Hodanhusen" führt uns zurück in die altsächsische Zeit. Im Jahre 1711 wurde der große Sohn Hohenhausens, Stephan-Ludwig Jacobi, geboren. Sein Name ist als Begründer der künstlichen Fischzucht in den Fachkreisen der ganzen Welt bekannt. Die deutsche Fischereivereine haben ihm 1896 in Hohenhausen ein Denkmal gesetzt. |
Die Hühnengräber im Haiberg in der Nähe Kalldorf's sind die Zeugen einer ersten germanischen Siedlung in dieser Gegend etwa um 700 v. Chr. Die Ritter von Callendorp besaßen im 13. Jahrhundert in Kalldorf umfangreichen Grundbesitz und gaben der Ortschaft ihren Namen. Im Jahre 1453 wurde in Kalldorf die erste lippische Glasfabrik gebaut. Im Jahre 1603 fand die Gründung einer Papierfabrik statt, deren Betrieb bis in das Jahr 1928 aufrecht erhalten wurde. |
Langenholzhausen (im Mittelalter Holthusen) wird zuerst um 1245 erwähnt. Im Jahre 1633 berichtet eine Urkunde von einer gewaltigen Feuerbrunst, in welcher die gesamte Ortschaft ein Raub der Flammen wurde. Im Jahre 1819 ließ die Fürstin Pauline zur Lippe die alte Doppelbogenbrücke aus Stein über die Kalle bauen, an der auch die Kanone der lippischen Schützen steht. Unterhalb der Doppelbogenbrücke am Ufer der Kalle steht die "Fürstliche Erbpachtmühle" von 1568. Sie ist neben der Kirche das älteste erhaltene Gebäude von Langenholzhausen. |
Lüdenhausen früher Ludenhausen, lag zur Sachsenzeit im Gau Tilithi und hieß damals Luidinghausen. Man kann annehmen, daß etwa um 1200 die erste Holzkirche mit einem steineren Turm, der zugleich als Wehrtum diente, gebaut worden ist. In diese Zeit weist auch die Bauart des Turms, romantisch, mit sehr dicken Wänden, versehen mit Schießschächten, hin. Hier bargen in Kriegszeiten die wehrlosen Bewohner ihr Saatkorn und ihre Habe, von hier aus verteidigten sie sich. Der Ort Lüdenhausen wird heute auch als Reiterdorf bezeichnet, da eine stattliche Anzahl von Reitpferden zur Verfügung steht. Von vielen Gästen wird die Gelegenheit zu einem Ausritt in die schöne Umgebung benutzt. |
Über die Ortschaft Stemmen, die östlich an Varenholz anschließt und historisch und räumlich eng damit verbunden ist, datiert die erste Urkunde vom 14.05.1331. Es gab in alten Zeiten den Namen Stamf oder Stamfried. Vielleicht hat der erste Siedler hier so geheißen. Doch ein Bauer erzählt, er habe immer gehört, daß hier in alten Zeiten viele Weidestämme gewesen wären, bei denen ein Heilkundiger gewohnt habe. Von weither seien die Leute nach diesem "Kerl in Stä(e)mmen" gekommen, und er hätte für jede Krankheit ein Gegenmittel gekannt. |
Das Ortsbild in Talle wird durch die Petruskirche, den Berggarten und die Fachwerkhäuser im Zentrum des Dorfes geprägt. Etwa um das Jahr 1100 wurde der Westturm der Petruskirche im frühromantischen Baustil errichtet, 1485 - 92 kam das spätgotische Langhaus hinzu. Von Talle werden zwei Höfe im Jahre 1221 gelegentlich eines Vergleiches zwischen dem Grafen von Ravensberg und dem zu Herford urkundlich zuerst erwähnt. |
Die Geschichte der Ortschaft Varenholz wurde bis in die heutige Zeit von dem Renaissance-Schloß bestimmt, das Graf Simon VI. erbauen ließ. Lange Zeit war die Burg der Besitz der Ritter de Wend, deren Politik im Mittelalter die Entwicklung der Ortsteile im Kalletal entscheidend bestimmt hat. Nach der dunklen und blutigen Zeit des Mittelalters ließ Graf Simon VI. in den 80er und 90er Jahren des 16. Jahrhunderts die alten Gebäude der Varenholzer Burg zum größten Teil niederreißen und das jetzige Schloß im Stil der Weserrenaissance neu errichten. Heute steht das Schloß im Besitz des Landesverbandes Lippe und beherbergt eine zweizügige private Realschule in seinen Räumen und Anbauten. |
Westorf hieß im Mittelalter Westerndorp oder Wessentrup. Es war also das Dorf im Westen, welches sich auf Hohenhausen bezog. Das Dorf wird bereits im 12. Jahrhundert im Güterverzeichnis der Abtei Herford genannt. Westorf hat mit seinem bergigen Gelände und seinen meist mageren Böden der Landwirtschaft keine großen Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Seit hundert Jahren waren die Ziegler vorherrschend, später kamen die Zigarrenmacher hinzu. Heute ist Westorf weitgehend eine Wohngemeinde. |